MONTAG 

Am Montag frühstückten wir erst einmal – wie die Römer, also – ein Gebäckteilchen und ein Cappuccino. Herr Maier wollte uns Rom und die römische Mentalität möglichst nahe bringen. Auch, dass wir die ganze Woche über mit öffentlichen Bussen, der U-Bahn und zu Fuß die Stadt erkundeten und sie dadurch anders wahrnahmen als wenn man mit einem Reisebus hingefahren wird und bei den Sehenswürdigkeiten aussteigt und dann wieder weiterfährt.
Die erste Fahrt mit Bus Nr. 40 brachte uns zur Engelsburg. Als wir in den Bus einstiegen wollten stellten wir fest, dass der Bus rappelvoll war und wir deshalb eng aneinander im Bus stehen mussten. Auch wenn das erst neu für uns war, wir gewöhnten uns schnell an die überfüllten Busse und Bahnen und meisterten den öffentlichen Nahverkehr noch am ersten Tag fast wie ein „echter“ Römer. Wir fuhren also zur Engelsburg und Herr Maier holte im Deutschen Pilgerbüro die Eintrittskarten
Dann gingen wir zu Fuß von der Engelsburg zum Vatikan. Dort mussten wir durch die Sicherheitskontrolle an der Schweizergarde vorbei zum Deutschen Friedhof „Campo Santo Teutonico“. Der Friedhof dort, gleich neben dem Petersdom, wurde vor vielen hundert Jahren für Deutsche Pilger angelegt, die bei der Pilgerfahrt nach Rom bzw. in Rom selbst ums Leben kamen.

Nur wenige Rombesucher wissen, dass man diesen Friedhof besuchen darf, und man damit auch relativ einfach hinter die hohen Mauern des Vatikanstaates kommt. Der Blick auf die hohe Domkuppel machte uns noch neugieriger auf den Petersdom, aber damit mussten wir uns noch einen Tag gedulden – die Schlange der anstehenden Menschen hätte uns ca. 1 Stunde Wartezeit abverlangt.
Statt Warten machten wir einen gemütlichen Spaziergang durch die Fußgängerzone Roms. Die Piazza Navona mit dem großen Vierströmebrunnen und den vielen Straßenkünstlern faszinierte uns. Auch die vielen kleinen Geschäfte in den Gässchen rund herum um den Platz weckten unser Interesse.
Wenige Gehminuten weiter steht das Pantheon, einer der wenigen noch aus der Römerzeit erhaltenen Tempel, der nach der Christianisierung zu einer Kirche umgewandelt worden war. Faszinierend an diesem riesigen Gebäude ist, dass es kein Fenster gibt und das Tageslicht nur durch ein großes kreisrundes Loch in der kunstvoll gestalteten Kuppel den Raum erhellt. Damit der Regen – der logischerweise neben dem Tageslicht auch durch das Loch nach innen kommt – den Fußboden nicht überschwemmt, gibt es ein raffiniert angelegtes Abflusssystem, so dass niemand im Pantheon nasse Füße bekommt. Für uns war das sowieso kein Problem, denn wir hatten die ganze Woche über Sonnenschein (während es in Cham regnete).

Einen kurzen Fußmarsch weiter fanden wir den berühmten Trevi-Brunnen für den  beim Bau eine direkte Wasserleitung von den ca. 30 km entfernten Albaner Bergen gelegt wurde, die den Brunnen heute noch mit Wasser versorgt. An diesem Brunnen waren unheimlich viele Menschen, die einfach nur dastanden, redeten, rumsaßen und schauten. Nur an den Brunnenrand durfte sich niemand setzen, dafür sorgten Brunnen-Polizisten mit schrillen Trillerpfeifen, aber immer auch mit einem Lächeln auf den Lippen. Viele von uns waren eine Münze in den Brunnen, denn es heißt, wer das macht, der kommt eines Tages wieder.